Breitbanderschließung

Freunde von Saint Saturnin

Termine 2018

24. Februar

 

28. April

 

August

 

24.-28. August

 

 

 

15. September

Jahreshauptversammlung

 

Teilnahme an Gemeindeturnier Eisstockschießen

 

Beteiligung am Ferienprogramm der Gemeinde

 

Besuch unserer französischen Freunde zum

40-jährigen Jubiläum der Verschwisterung

zwischen Saint Saturnin und Jettenbach

 

Minigolfturnier der Jettenbacher Ortsvereine

Dates fixes 2018

24 février

 

28 avril

 

Août

 

24 au 28 août

 

 

 

15 septembre

Assemblée générale annuelle

 

Participation au tournoi communautaire de curling bavarois

Participation au programme communautaire de vacances pour les enfants

Visite de nos amis français lors du 40ième anniversaire du jumelage entre Saint Saturnin et Jettenbach

 

Tournoi de Minigolf des clubs de Jettenbach

Wer sind wir?   Qui sommes-nous?

"Verein der Freunde von Saint Saturnin" in Jettenbach

 

Gründung: 16. November 1979

 

 

Vereinsmitgliedschaft:

 

  • Mitglied kann jeder Bürger der Gemeinde Jettenbach werden.
  • Anderen Personen soll der Beitritt ermöglicht werden, wenn die Ziele des Vereins in irgendeiner Form unterstützt werden.
  • Über Aufnahme entscheidet Vorstandschaft.
  • Beendigung der Mitgliedschaft durch schriftliche Austrittserklärung, Tod oder Ausschluss nach Beschluss durch die Mitgliederversammlung

 

 

Organe des Vereins:

 

Mitgliederversammlung

  • mind. einmal pro Jahr Ordentliche Mitgliederversammlung mit Jahresbericht und Entlastung von Kassier und Vorstandschaft
  • Wahl der Vorstandschaft in sechsjährigem Rhythmus
  • Entscheidung über Beitragshöhe und Satzungsänderungen

 

Vorstand

  • für die Dauer von 6 Jahren durch die Mitgliederversammlung gewählt
  • besteht aus Trumvirat und Beirat => insgesamt 11 Personen

 

Triumvirat:

  • 1. Bürgermeister: von Amts wegen
  • Ortsgeistlicher: von Amts wegen
  • Sekretär: vom Vorstand aus den Reihen des Beirats gewählt
  • Vorsitz führt der 1. Bürgermeister
  • Entscheidung in organisatorischen Fragen

 

Beirat:

  • 7 Vereinsmitglieder (davon wird ein Mitglied als Sekretär in das Triumvirat gewählt)
  • Kassenverwalter
  • Schriftführer

 

Geschäftsführer:

  • ist der 1. Bürgermeister, sein Stellvertreter der gewählte Sekretär

Dieses Emblem, das bis heute das Zeichen für die Verschwisterung zwischen Saint Saturnin und Jettenbach ist, wurde im Jahr 1979 von der Schülerin Sylvie Murat entworfen.

Ziel & Zweck des Vereins:

 

"Der Verein setzt sich zum Ziel, den 1978 in Jettenbach und 1979 in Saint Saturnin feierlich geschlossenen Freundschaftsbund unserer Gemeinden mit Leben zu erfüllen."

 

 

Aktivitäten des Vereins:

 

  • Organisation der offiziellen Besuche in die und aus der Partnergemeinde
  • Unterbringung der französischen Gäste in den Gastfamilien
  • Unterstützung der Mitglieder bei der Kontaktaufnahme mit den französischen Freunden
  • Veranstaltung (im 2-Jahresrhythmus) eines frz. Weinfestes mit Boule-Turnier
  • Beteiligung am Ferienprogramm der Gemeinde Jettenbach

 

 

Verschwisterung

 

Jettenbach ist seit dem Jahr 1978 als eine der kleinsten Gemeinden Deutschlands mit dem Ort Saint Saturnin in der Auvergne/Frankreich verschwistert. Seitdem haben zahlreiche offizielle und private Besuche und Aktivitäten stattgefunden.

Das Besondere an dieser Verschwisterung ist, dass sie in hohem Maße von den Einwohnern der beiden Gemeinden getragen wird und auf persönlichen Kontakten und privatem Austausch basiert. Die Gäste wurden von Beginn an bei Gastfamilien untergebracht, so dass im Laufe der Jahre auch viele private Freundschaften geschlossen wurden.

Viele Jettenbacher sind bereits seit ihrer Kindheit oder Jugend mit der Verschwisterung und Saint Saturnin eng verbunden.

Wie fing alles an?   Comment tout a-t-il commencé?

Ja, wie fing eigentlich alles an? Das ist eine wichtige Frage. Immerhin sind seit den ersten Bemühungen um eine Verschwisterung fast dreiundzwanzig Jahre vergangen.

 

Damals war der Gedanke, ein in Freundschaft vereintes Europa zu schaffen, schon nicht mehr ganz neu, aber es liegt ja immer eine gewisse Zeit zwischen Wunsch und Verwirklichung. So hatten zwar schon die meisten großen Städte und eine große Zahl mittlerer Kommunen ihre Partner im europäischen Ausland gefunden. Aber die Dörfer hatte diese Entwicklung verständlicherweise noch nicht erreicht. Immer aber gibt es in Zeiten des Umbruchs besondere Menschen, die sich als Wegbereiter sehen und charismatisch ihre Mitmenschen beeinflussen.

 

Ein solcher Mensch war Gabriel Usclade. Er hatte die Schrecken des großen Krieges noch vor Augen. Deshalb wollte er mithelfen, den Menschen der damaligen Zeit zugleich aber auch allen zukünftigen Generationen ein nochmaliges derart grausames Erleben zu ersparen. Er wollte dazu beitragen, eine Freundschaft zu den deut­schen Nachbarn zu schaffen und, seinen Möglichkeiten entsprechend, zum Aufbau eines vereinten Europas beizutragen, dessen glühender Befürworter er war.

 

Als Bürgermeister eines kleinen Dorfes in der Auvergne schrieb er also Ende 1974 an die Kommunalpolitische Vereinigung der CSU und bat um den Nachweis einer passenden Gemeinde in Bayern, die sich für eine Verschwisterung eignet. Am 4.2.75 wiederholte er seine Bitte und schilderte "seinen" Ort Saint-Saturnin, dem er als "Maire" vorstand.

 

Dazu gehörte Mut, sehr viel Mut und Selbstbewusstsein, denn die Erinnerung an die bisherige Feindschaft war allenthalben noch wach und saß tief in manchen Herzen. Hinzu kamen auch die zu erwartenden erheblichen Schwierigkeiten mit der fremden Sprache der zukünftigen Partner.

 

Gabriel Usclade ging aber auch noch andere Wege, um sein Ziel zu erreichen. Als Präsident des "Lions-Clubs" lud er Erzherzog Otto von Habsburg zu einem Vortrag über Europa nach Clermond-Ferrand ein. Er bat ihn bei dieser Gelegenheit um Benennung eines passenden bayrischen Dorfes für eine "Jumelage".

 

Aber was nützt eine Schraube, wenn die passende Mutter dazu fehlt? Zu einer Hochzeit gehören immer zwei! Doch das Schicksal war Usclades Vorhaben günstig gesinnt. Denn im Mai 1975 machten etliche bayrische Kommunal­politiker eine Informationsreise nach Frankreich. Unter ihnen war Georg Köllerer, der Bürgermeister von Jettenbach, einer kleinen Ortschaft am Inn. Und dieser Georg Köllerer hatte die gleiche Courage wie Gabriel Usclade. Als er erfuhr, dass sich bis dahin alle darauf angesprochenen Gemeinden gesträubt hatten, eine Verschwisterung zu wagen, hielt er es für ein Unding, die zur Versöhnung ausgestreckte Hand zurückzuweisen. So schrieb er denn am 3. 10.75 an R. Baumgärtel von der "Kommunalpolitischen Vereinigung" der CSU, schickte Fotos und machte das Angebot, den "mutigen Franzosen die Hände zur Freundschaft zu reichen".

 

Schon am 20.11.75 schrieb G. Usclade an G. Köllerer, dass er dessen Fotos und Adresse von Otto von Habsburg erhalten hat, und gab eine Schilderung von St.-Saturnin. Einige Briefe gingen hin und her. Ostern 1976 machte Gabriel Usclade mit Frau und Tochter einen Besuch bei Köllerers in Jettenbach, den Herr und Frau Köllerer ein Jahr später erwiderten. Gemeinsam besuchte man den Kongress der "Internationalen Bürgermeister-Union" in Salzburg.

 

Als die Gemeinderäte von Saint-Saturnin und Jettenbach einer Verschwisterung zustimmmten, war es soweit. Am 26. August 1978 wurden in Jettenbach die Urkunden für den Freundschaftsbund unterzeichnet. Und am 15. Juli 1979 fanden die Verschwisterungsfeierlichkeiten in Saint­-Satumin statt.

 

Der Anfang für eine gute, fruchtbare Freundschaft war gemacht. Zwei kleine Orte sind seitdem wie Geschwister miteinander verbunden.

 

(Quelle: Chronik "REVUE 1978 - 1998" von Ruth und Gernot Hagel, 1998)

Eh bien, comment tout a-t-il donc commencé? C'est une question importante. Toujours est-il que depuis les premières tentatives d'un jumelage presque vingt-trois ans se sont écoulés.

 

À l'époque la pensée de créer une Europe unie en amitié n'était plus tout à fait nouvelle, mais il s'écoule toujours un certain laps de temps entre le désir et sa réalisation. Certes, déjà la majorité des grandes villes et un bon nombre de communes moyennes avaient trouvé leur partenaire en pays étranger européen. Mais ce developpement - c'est compréhensible - n'avait pas encore atteint les petits villages. Cependant il y a toujours aux époques de bouleversements des hommes exceptionnels, qui se considèrent comme des précurseurs et qui par leur charisme influencent leurs compatriotes.

 

Gabriel Usclade fut un tel homme. II avait encore devant ses yeux les terreurs de la grande guerre. C'est pourquoi qu' il voulait apporter son aide pour éviter aux hommes de son époque, mais en même temps à toutes les générations futures, une expérience aussi cruelle. II voulait contribuer à ce qu'une amitié se crée avec les voisins allemands et donner - selon ses possibilités - sa contribution à la construction de l'Europe unie, dont il était un fervent partisan.

 

En tant que maire d'un petit village d'Auvergne il écrivit donc fin 1974 à l'Association Communale de la CSU pour les prier de lui indiquer une commune de Bavière qui se prête à un jumelage. Le 4 février 1975 il renouvela sa demande et décrivit son village de Saint-Saturnin, qu'il présidait en tant que maire.

 

II en a fallu du courage, beaucoup de courage et d'assurance, car le souvenir de l'hostilité de jadis était encore partout éveillé et profondément ancré dans le cœur de certains. S'y ajoutèrent aussi les énormes difficultés attendues avec la pratique de la langue étrangère des futurs partenaires.

 

Mais Gabriel Usclade emprunta également un autre chemin pour arriver à son but. En tant que président du "Lions Club" il invita l'archiduc Otto von Habsburg à une conférence sur l'Europe à Clermont-Ferrand. A cette occasion il le pria de lui indiquer un village bavarois qui convienne à un jumelage.

 

Mais à quoi sert une vis si l'écrou adapté manque? Pour un mariage il faut toujours être deux. Cependant la destinée était favorable au projet de M. Usclade. En effet en mai 1975 de nombreux hommes politiques municipaux bavarois firent un voyage d'information en France. Parmis eux se trouvait M. Georg Köllerer, maire de Jettenbach, d' un petit village sur l'Inn. Et ce M. Georg Köllerer avait le même courage que M. Gabriel Usclade. Lorsqu'il apprit qu'aucune des communes sollicitées n'avait osé accepter le jumelage, il trouva absurde de refuser la main tendue vers la réconciliation. Alors il écrivit le 3 octobre 1975 à M. R. Baumgärtl de l'Association Communale de la CSU, envoya des photos et offrit à „tendre aux Français courageux les mains de l'amitié".

 

Déjà le 20 novembre 1975, M. Gabriel Usclade écrivit à Georg Köllerer qu’il avait reçu ses photos et son adresse par l'intermédiaire de M. Otto von Habsburg, et il donna une description de Saint-Saturnin. Quelques lettres s'échangèrent. À Pâques 1976, M. Gabriel Usclade avec sa femme et sa fille firent une visite aux Köllerer à Jettenbach, visite que rendirent M. et Mme Köllerer l'année suivante. Ensemble ils assistèrent au Congrès de "L'Union Internationale des Maires" à Salzbourg.

 

Lorsque les conseillers municipaux de Saint Satumin et de Jettenbach approuvèrent le jumelage, l'affaire fut bouclée. Le 26 aout 1978 on signa à Jettenbach les documents de l'alliance amicale. Et le 15 juillet 1979 eurent lieu les festivités de jumelage à Saint-Saturnin.

 

Ce fut le début d'une amitié bonne et fertile. Depuis deux petits villages sont liés comme frère et sœur.

 

Höhepunkte   Grands Moments

1976

1977

1978

1978

1979

1980

1980

1981

1981

1982

1982

1983

1984

1985

1986

1987

1988

1990

1992

1993

1994

1995

1996

1997

1997

1998

 

 

1999

2000

2000

2002

2003

 

 

2005

2008

2008

2009

2009

2010

2012

2014

2016

2016

2018

 

 

 

26.-27.08.

13.-15.07.

24.-26.05.

30.08.-01.09.

05.-08.06.

01.-13.08.

19.-23.04.

03.-10.08.

21.-23.05.

08.-11.06.

14.-21.06.

17.-21.05.

06.-08.06.

20.-24.05.

24.-27.05.

Pfingsten

Pfingsten

01.-10.05.

08.-13.10.

25.-28.05.

04.-07.08.

15.-22.08.

08.-10.05.

 

 

Pfingsten

09.-12.06

02.07.

08.-12.05.

21.-25.08.

 

 

14.-18.07.

16.-19.05.

28.09.-01.10.

10.-14.07.

Juli

August

24.-27.08.

11.-15.07.

11.-19.08.

19.-22.08.

24.-28.08.

Privater Besuch von Fam. Usclade bei Fam. Köllerer in Jettenbach

Erster privater Besuch von Hr. Köllerer in St. Saturnin

Bürgermeisterkongress in Salzburg

Verschwisterungsfeierlichkeiten in Jettenbach

1. Besuch der Jettenbacher in St. Saturnin - Verschwisterungsfeierlichkeiten

Pfingstbesuch aus St. Saturnin in Jettenbach

Besuch von französischen Jugendlichen im Pfadfinderhof in Grafengars

Besuch in St. Saturnin (bayerische Volkstänze)

Besuch der französischen Kinder in Jettenbach

Osterbesuch der Jettenbacher Landjugend in St. Saturnin

Zugfahrt von Jettenbacher Kindern/Jugendlichen nach St. Saturnin

Besuch in Jettenbach (Ehrenmedaille d. Gemeinde Jettenbach an Hr. Usclade)

Besuch in St. Saturnin

Besuch der französischen Schulkinder in Jettenbach (Unterbringung in Familien)

Besuch in St. Saturnin

Pfingstbesuch in Jettenbach

10-jähriges Verschwisterungsjubiläum in St. Saturnin (Fußballspiel, Feier im Schloss)

Besuch in Jettenbach

Besuch in St. Saturnin (Volleyball)

Besuch in Jettenbach

Besuch der französischen Schulkinder im Pfadfinderhof

"Tour d’Auvergne" (private Wanderung)

Besuch in St. Saturnin

Private Bergwanderung in den Alpen

Radtour von St. Saturnin nach Jettenbach

20-jähriges Verschwisterungsjubiläum in Jettenbach

Einweihung "Platz der Freundschaft"

Festschrift "REVUE 1978-1998"

Besuch der Jettenbacher Landjugend in St. Saturnin

Besuch in St. Saturnin

Delegation aus St. Saturnin beim 125-jährigen Gründungsfest der FFW Jettenbach

Besuch in Jettenbach

25-jähriges Verschwisterungsjubiläum in St. Saturnin

Radtour von Jettenbach nach St. Saturnin

Bayerischer Abend mit Bier und Spezialitäten / Französischer Abend

Besuch in Jettenbach

30-jähriges Verschwisterungsjubiläum in Saint Saturnin (Vorträge & Veranstaltung im Schloss von Marand)

Bergwanderung im Kaisertal

Besuch in Jettenbach

4 französische Jugendliche verbringen 2 Wochen bei Jettenbacher Familien

Fuß- und Radwanderungen in der Auvergne (Fam. Wild & Fischer)

Besuch in St. Saturnin

Besuch in Jettenbach

Radtour von Jettenbach nach St. Saturnin

Besuch in St. Saturnin

40-jähriges Verschwisterungsjubiläum in Jettenbach

Verschwisterung in Bildern   Photos du jumelage

Hier erscheinen in Kürze Fotos.

Aktuelles   Actualités

 

21.08.2018

Aus alten Vorurteilen gelöst

 

Jettenbach hütet einen besonderen Schatz, sagte Staatsminister Dr. Marcel Huber. In einer Zeit wachsender Europaskepsis feiert die Gemeinde das 40-jährige Bestehen ihrer Partnerschaft mit Saint Saturnin, der ältesten kommunalen Partnerschaft im Landkreis.

 

Angst vor dem Anzapfen? Nein, die kommt beim Bürgermeister von Saint Saturnin nicht auf. Die Prozedur des Anstichs kennt Christian Pailloux nämlich zur Genüge von den Weinfässern in seiner französischen Heimat. Beim Festakt zur 40-Jahr-Feier der Verschwisterung von Jettenbach mit Saint Saturnin ging er daher gelassen ans Werk. Ein bisserl pritschelte der Gast zwar, aber das passiert auch gestandenen bayerischen Bürgermeistern.

 

Die Mehrzweckhalle war bis auf den letzten Platz gefüllt, als Bürgermeisterin Maria Maier den Festabend offiziell eröffnete. Sie freute sich über den Besuch der 35 französischen Besucher. Die Bürgermeisterin wies auf die alten Feindschaften zwischen Frankreich und Deutschland hin, die während der unsäglichen Kriegswirren entstanden seien. Daraus seien aber junge Freundschaften gewachsen, auf denen es sich wunderbar aufbauen ließe. Die letzten vier Jahrzehnte hätten gezeigt, dass der fruchtbare Baum der Freundschaft prächtig gedeihe. Maria Maier sagte: "Mit unserer heutigen Verschwisterungsfeierlichkeit wollen wir die Friedenssicherung in Europa unterstreichen".

 

Wie Maria Maier in der Chronik "Revue 1998 – 2018 Saint Saturnin & Jettenbach" berichtet, sei es vor 40 Jahren durchaus eine mutige Aktion gewesen, Freundschaften im Nachbarland Frankreich zu suchen. Vorreiter für diesen Brückenschlag war der damalige Bürgermeister Gabriel Usclade aus Saint Saturnin, der auf Jettenbach zugegangen ist, was dem damaligen Gemeindeoberhaupt Georg Köllerer gut gefiel. Mit Willen, Ausdauer und Überzeugungskraft schafften sie es, sich aus alten Vorurteilen zu lösen und Freundschaften aufzubauen. War der Weg auch manchmal steinig, so besiegelte am 26. August 1978 ein Händedruck der beiden Bürgermeister die Verschwisterung der Gemeinden. Sie ist die älteste kommunale Partnerschaft im Landkreis. Maria Maier sprach auf der Feier von einer großen Bereicherung und gegenseitigen Wertschätzung, die in den vergangenen 40 Jahren entstanden sei. Die gewachsenen Freundschaften, so hofft die Bürgermeisterin, sollen auch Kinder und Enkelkinder weitertragen. Dem französischen Bürgermeister Christian Pailloux ist es ebenfalls ein Anliegen, die wunderbare Geschichte der Freundschaft zwischen seinem Heimatort und Jettenbach auch künftig zu hegen und zu pflegen.

 

Zum Abschluss gab es noch Geschenke. Maria Maier wartete mit einem beeindruckenden Lebensbaum auf, den Dr. Helmut Wiedemann kreierte. Von französischer Seite gab es ein Bronze-Objekt, das die Verbundenheit der beiden Gemeinden zum Ausdruck bringt. Staatsminister Dr. Marcel Huber betonte: "Jettenbach ist zwar nicht die größte Gemeinde in unserem Landkreis, sie hütet aber einen besonderen Schatz". Der Politiker sprach von einer um sich greifenden Europaskepsis, die ihm Angst mache. Umso schöner sei es, dass es hier in Jettenbach gelungen ist, mit dem ehemaligen "Erzfeind" Frankreich nicht nur Frieden zu schließen, sondern ein Fundament zu entwickeln, auf dessen Boden untrennbare Freundschaften sprießen.

 

Ein weiterer wichtiger Mann des Jubiläumsabends war Andreas Schuster. Er fungierte als brillanter Übersetzer. Die französischen Besucher wurden übrigens alle in Familien aufgenommen. Bei Maria Maier und ihrem Mann Richard ist Bürgermeister Christian Pailloux mit Partnerin Lydie zu Gast. Die Lehrerin schwärmte von der oberbayerischen Landschaft, den schönen Bauernhöfen und vom Inn. "Das Bier schmeckt außerdem hervorragend", meint Lydie. Sie prostet den Jettenbachern gerne zu. Am Dienstag, 28. August, geht es in aller Früh für die Franzosen wieder zurück in ihre Heimat. (huc)

 

 

21.08.2018

Besuch aus der französischen Partnergemeinde

 

Festprogramm

Freitag, 24. August: Gegen Abend Ankunft der etwa 40 französischen Freunde. Begrüßung und Umtrunk am "Platz der Freundschaft", anschließend Aufnahme bei den Gastfamilien. Samstag, 25. August: Tagsüber zur freien Verfügung mit den Gastgebern. Festabend in der Mehrzweckhalle in Jettenbach: 18 Uhr Festakt, ab 19.15 Uhr Abendessen, ab 20 Uhr Rahmenprogramm – für Unterhaltung ist gesorgt. Sonntag, 26. August: 10.30 Uhr Gottesdienst in der Schlosskirche St. Vitus in Jettenbach, anschließend Gedenken am Kriegerdenkmal; Picknick mit Gästen und Gastfamilien an der Sportanlage zur Mehrzweckhalle. Montag, 27. August: "Tag des Ausflugs" mit Ziel Wasserburg; nachmittags Werksbesichtigung Firma Somic in Amerang und Besuch vom Wildpark Oberreith. Dienstag, 28. August: Abreise der französischen Freunde.

 

Notfalls auch mit Händen und Füßen

Jettenbachs Bürgermeisterin Maria Maier freut sich sehr auf das bevorstehende Jubiläumsfest. "Wir haben auch schon einige Male verschiedene französische Gäste bei uns aufgenommen. Der Feuerwehrvorstand war schon bei uns und nun kommt zum zweiten Mal der Bürgermeister von Saint Saturnin. Es ist immer sehr schön und interessant, die Freunde aus dem Nachbarland zu beherbergen. Es gibt gegenseitig viel zu erzählen. Mit der Sprache klappt es schon einigermaßen – mit Englisch oder Wörterbuch (auch durch "Hände und Füße") und die Tochter kann auch Französisch. So freuen wir uns wieder auf ein gemütliches Fest und schöne Tage zusammen mit den französischen Freunden!"

 

Viele Besuche auf beiden Seiten

Viele Besuche – auch Kinder- und Jugendfreizeiten – sind in den vergangenen vier Jahrzehnten erfolgt. "Früher gab es schon jedes Jahr das Treffen von 'hüben und drüben' – dann wurden etwa das Fünf- oder Zehnjährige gefeiert. Bei jeder offiziellen Fahrt war ich dabei", erinnert sich Dolmetscher Siegfried Wagner, der auch viele Briefe oder Karten übersetzt hat. "Unsere Vorstandschaft ist schon sehr aktiv, da muss ich nun nicht mehr 'vorne mit dabei sein'. So geht es jetzt zeitmäßig seit einigen Jahren, dass auch bei uns Besucher aus Saint Saturnin beherbergt werden, was immer wieder ein besonderes Erlebnis ist". Das Bild zeigt Sigi Wagner (rechts) mit Muguette (Mitte) beim 20-jährigen Treffen im Jahr 1998.

 

Für die Freundschaft strampeln

Zu den freundschaftlichen Beziehungen zwischen Jettenbach und Saint Saturnin gehören inzwischen schon drei große Radltouren, die von Bayern aus in die französische Auvergne – oder auch in umgekehrter Route – unternommen wurden. Nach 1997 und 2003 ging es vom 11. bis 19. August 2016 mit 15 Radlern und zwei Begleitfahrzeugen wieder auf große Tour. Dabei waren rund 1200 Kilometer und 8000 Höhenmeter zu bewältigen. Die Teilnehmer radelten in neun Etappen quer durch Österreich, Liechtenstein und die Schweiz nach Frankreich, wo sie dann herzlich empfangen wurden. Nach einem Wochenende bei den französischen Freunden ging es dann mit Bus und Autos wieder nach Jettenbach zurück. (bc) Fotos: bc, Privat

 

 

20.08.2018

40-jährige Partnerschaft zwischen Jettenbach und St. Saturnin

 

Schon seit 40 Jahren besteht die Gemeindepartnerschaft zwischen Jettenbach und den französischen Freunden Saint Saturnin. Dies ist die älteste kommunale Partnerschaft im Landkreis. Das 40-jährige Jubiläum wird nun  vom 24. bis 28. August gefeiert.

 

"Ich bin ein Europäer", lacht Siegfried Wagner, der einen wichtigen Verbindungsmann dieser Partnerschaft darstellt und zu den Gründungsmitgliedern zählt. Aus dem Sudetenland (Tschechei) stammend kam er 1948 mit seiner Mutter und dem älteren Bruder nach Frankreich. Dort war sein Vater in Kriegsgefangenschaft und hat bei einem Bauern gearbeitet. Siegfried ging in die französische Volksschule und verbrachte seine Kindheit in Frankreich in der Normandie. 1957 übersiedelte die Familie nach Deutschland, der ältere Bruder blieb jedoch in Frankreich. Mit ihm und dessen Familie ist reger Kontakt und alle freuen sich jeweils über die gegenseitigen Besuche. Der junge "Franzose" Siegfried absolvierte nun hier in Oberbayern eine Gärtnerlehre und musste erst Deutsch lernen. "Das Schreiben und Lesen habe ich mir dann selbst angeeignet".

 

Schon viele Jahre wohnt er mit seiner Familie in Pürten und so ergab es sich, dass 1978 im Jettenbacher Wirtshaus ein Patenbitten der dortigen Krieger- und Soldaten-Kameradschaft stattfand. "Die Pürtner fungierten als Patenverein und ich umrahmte musikalisch den Festabend. Der damalige Bürgermeister Georg Köllerer war schon länger in Verbindung mit den Franzosen aus Saint Saturnin, die sich eine Verschwisterung wünschten. Aber es waren halt Sprachschwierigkeiten da und so wurde ich sozusagen 'als Dolmetscher verdonnert'‘. Zum Veteranenfest – dem 75-jährigen Gründungsfest – in Jettenbach kam dann 1978 bereits eine französische Delegation und schon war ich halt mit der Übersetzung 'bayerisch-französisch' im Einsatz, dem noch viele weitere folgten".

 

Mit einem Gottesdienst in der Schlosskirche und dem Fackelzug zum Kriegerdenkmal, wo den Toten beider Nationen gedacht wurde, begannen am Abend des 26. August 1978 die Feierlichkeiten. Im Festzelt wurden im Beisein namhafter Ehrengäste die von Prof. Dr. Sieweck in beiden Sprachen auf Pergament geschriebenen Verschwisterungs-Urkunden verlesen und unterzeichnet. Bei der französischen und bayerischen Hymne hielten sich alle an den Händen und die beiden Bürgermeister Köllerer und Usclade gaben die Versicherung ab: "Wir werden den Freundschaftsvertrag mit Leben erfüllen!"

 

Tags darauf folgte der Festsonntag, der mit einem Feldgottesdienst und gemeinsam mit den französischen Gästen gefeiert wurde. Abends beim Forellen-Essen wurden die Freunde aus dem Nachbarland offiziell verabschiedet. Zugleich luden diese im nächsten Jahr zum Gegenbesuch ein.

 

Inge Sax war bei der ersten Frankreichfahrt zum "Verschwisterungseid" dabei und blickt zurück: Als die "Freunde von Saint Saturnin Jettenbach" im Juli 1979 zu ihrer Partnergemeinde nach Frankreich aufbrachen, war ich mit dabei. Für die meisten der 60 Personen war dies – wie für mich auch – die erste Reise in dieses Nachbarland." Bei der Ankunft in dem wunderschönen Ort in der Auvergne wehten weiß-blaue Fähnchen und am Rathaus die Jettenbacher Fahne. Die Einheimischen bereiteten den neuen Freunden einen herzlichen Empfang. Danach ging es für vier Tage in die Gastfamilien. "Meine Freundin und ich waren bei einer vornehmen Familie in einem kleinen Chateau untergekommen", erinnert sie sich. Am nächsten Tag – dem Nationalfeiertag der Franzosen (14. Juli) – begannen die großen offiziellen Feierlichkeiten. Aus Paris war der zweitwichtigste Mann des Staates, Senatspräsident Alain Poher, gekommen um mit der Gemeinde die Verschwisterung (Jumelage) zu feiern. Das war für die kleine Gemeinde wie auch für uns eine große Ehre.

 

Nach dem Gedenken der Gefallenen von den beiden Weltkriegen am Kriegerdenkmal und dem "großen Zapfenstreich" sowie der von einer 60 Mann starken Militärkapelle gespielten "Bayernhymne" ging es zu einem mehrstündigen Festmahl. Beim Abend-Picknick im Privatgarten von Bürgermeister Gabriel Usclade wurden sie mit Delikatessen verwöhnt; es gab ein Feuerwerk und getanzt wurde auch. Zu sehen bekamen sie eine Menge, etwa das mittelalterliche Schloss, die Magdalenen-Kapelle und der Brunnen der Königin Margot.

 

Beim offiziellen Teil versicherte Senatspräsident Poher, dass mit diesen Partnerschaften der Anfang eines friedlichen Miteinanders der Völker gemacht werde, das aber nur durch die private Verbindung zwischen den Familien der beiden Gemeinden am Leben erhalten werden könne. Inge Sax erzählt leidenschaftlich; sie besuchte das Partnerdorf noch viele Male. "Ihr habt in unseren Herzen ein Feuer entfacht, das niemand löschen kann!" – waren die letzten Worte von Jettenbachs Bürgermeister Georg Köllerer an seinen Kollegen Gabriel Usclade zum Abschied.

 

Seit 1988 ist die Familie Sax mit einer Familie in Saint Saturnin befreundet. Die Verbindung ist familiär. Das Schöne: Die Kinder und Enkelkinder führen diese Freundschaft weiter. Inge Sax freut sich sakrisch, weil in wenigen Tagen die Franzosen wieder nach Jettenbach kommen und den Urlaub hier verbringen – um am 25. August das 40-jährige Verschwisterungsfest gemeinsam zu feiern.

 

Die Fotos zeigen: Das Emblem der Verschwisterung; Maire Usclade und Pater Siewek vor dem Europaschild in Jettenbach im Jahr 1978; Der Händedruck der Bürgermeister Usclade und Köllerer, der die Verschwisterung am 26. August 1978 besiegelt; Die Urkunden des Freundschaftsbundes im Jettenbacher Sitzungssaal; Die Partnergemeinde Saint Saturnon; Sowie die romanische Kirche (bc) Fotos: Chronik, Privat

 

Kontakt   Contact

Impressum

 

Verein der "Freunde von Saint Saturnin"

 

Maria Maier (Geschäftsführerin)

Sabine Sax (Sekretärin)

 

Grünthaler Straße 14

84555 Jettenbach

 

Kontakt per Mail

 

 

Gemeinde Jettenbach am Inn

Grünthaler Straße 14

84555 Jettenbach

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