Breitbanderschließung

Aktuelles aus der Gemeinde Jettenbach

 

09.08.2019

Neue Öffnungszeiten der Gemeindekanzlei

Die Gemeindekanzlei Jettenbach ist ab September am Dienstag von 16 - 17 Uhr geöffnet.

Wenden Sie sich in dringenden Fällen bitte an die Verwaltungsgemeinschaft in Kraiburg a. Inn, Marktplatz 1, Tel. 0 86 38 / 98 38 - 0 (Öffnungszeiten: Mo.-Fr. 8-12 Uhr u. Do. 14-18 Uhr)

 

 

 

 

 

 

 

06.08.2019

Der Vorsitzende ist auch Vereinsmeister

21 Stockschützen beteiligten sich an den Vereinsmeisterschaften des ESV Grafengars auf den Asphaltbahnen. Bei diesem Wettkampf kann jeder Teilnehmer Können und Talent beim Massen, Stock- und Zielschießen unter Beweis stellen. Vereins-Vorsitzender Hans Bruckmaier holte sich den Titel. Auf den weiteren Plätzen folgten Peter Holzhammer und Tobias Heindl. Bei den Damen setzte sich erstmalig Maria Bichlmaier vor Monika Heindl und Silvia Bruckmaier durch. Die Jugendwertung führt Yannic Mitter vor Elisabeth Bichlmaier an. Bei der Siegerehrung im Vereinslokal Burle's Kneipe erhielten der Vereinsmeister und die Spartenmeister einen Erinnerungsteller aus Holz, den Bernhard Förster angefertigt hatte. Für jeden Teilnehmer gab es außerdem einen Einzelpreis. Foto: Moonwalker74

 

 

29.07.2019

Black-Out-Party in Jettenbach

 

Gut gefeiert wurde am letzten Samstag bei der "Black-Out-Party" an und in der Sporthalle in Jettenbach. Mit knapp 200 Besuchern zeigten sich die Veranstalter der Tennisabteilung von der SpVgg Jettenbach allerdings nicht zufrieden. (stl)

 

 

 

 

 

18.07.2019

Virtuose Barockmusik in St. Vitus

 

Rund 200 Gäste lockten Eva Barbarino und Florian Sonnleitner in das Barockkonzert des Heimat- und Kulturkreises Jettenbach. Am Samstag lud der Verein in die Jettenbacher Kirche Sankt Vitus. Unter dem Titel virtuose Barockmusik spielen die Musiker Stücke unter anderem von Heinrich Ignaz Franz Biber, Carl Philipp Emanuel Bach und Georg Philipp Telemann. Es ist das dritte Konzert mit der Mühldorfer Cembalistin in Jettenbachs Gotteshaus. Die Reihen sind im Kirchenschiff wie auch auf der Empore gefüllt.

 

Ein ungewöhnliches Konzert ist zu hören. Ungewöhnlich, weil selten ein Cembalo gespielt wird. Aber auch die Auswahl der Stücke beschreitet ungewohntes Terrain: Ein Stück in C-Moll und Fantasien lediglich zum Ergötzen der Zuhörer sowie Freiheiten in der Interpretation. Das alles sei ungewöhnlich für die Zeit, als die Kompositionen entstanden sind, erläutert Violinist Sonnleitner. Aber es lässt sich gut nachvollziehen, wie der Musiker alleine oder mit wenigen Gästen im privaten Wohnzimmer spielt und frei interpretiert. Doch immer wieder ist ein Thema mit seinen zahlreichen Variationen zu erkennen, wie es für die Barockkompositionen so bekannt ist. Während Sonnleitner leicht dahin spielt, ist Barbarino eine unglaublich hohe Konzentration anzusehen. Einfach scheint das Spielen auf einem Cembalo nicht zu sein. Und tatsächlich: Es leide unter den Wetterumschwüngen und der hohen Luftfeuchtigkeit, sagt die Musikerin wenig später. Und auch immer wieder könne eine Taste haken, entschuldigte sich Barbarino. In der Pause muss das Instrument schließlich gestimmt werden.

 

Doch das Konzert leidet keineswegs: Immer wieder verleitet die Musik dazu, mit den Gedanken abzuschweifen, den Alltag hinter sich zu lassen. Es entstehen Vorstellungen über noble Gesellschaften in großen Sälen, im Reifrock tanzende Damen. Unterstützend wirkt hier die Wahl des Ortes: Die hohe, alte Kirche, die verzierten Bilder, der Eingang über den Hof mit riesiger Kastanie. Die Akustik ist der Musik würdig, an der Tür zur Kirche begrüßt Kerzenschein die Zuschauer.

 

Ein Konzert nur bei Kerzenschein wird es aber leider nicht: Das Notenlesen wäre wohl unmöglich geworden. Auch, wenn Sonnleitner weite Strecken nahezu auswendig spielte. Nach der Pause scheint ein Scheinwerfer auf die beiden Musiker. Auch wenn es sich Musik aus einer einzigen Epoche handelt, ist die Auswahl der Stücke sehr variantenreich: Das Cembalo spielt ein Solo-Stück, auch Sonnleitner an der Geige spielt Solo. Und selbst gemeinsam sind die Instrumente einmal eher begleitend, einmal eher dominant und dann wieder wetteifernd, gleichwertig, miteinander. (ahn)

 

 

10.07.2019

Mediterrane Temperaturen locken in den Pfarrgarten

Sommerfest beim VdK-Ortsverband in Jettenbach: Die Besucher nutzten die Gelegenheit und diskutierten über verschiedene Themen der Sozialpolitik. Im Schatten der Laubbäume des Pfarrgartens trafen sich 45 Damen und Herren zu Kaffee und Selbstgebackenen. Kräftig diskutiert wurden heiße Eisen der Sozialpolitik wie zum Beispiel "Renten für Alle" – eine aktuelle VdK-Kampagne. Neben Elternunterhalt und Altersarmut waren aber auch der klassische Dorfratsch Gesprächsthemen. Die gute Stimmung darf aber nicht über die nach wie vor brisante Altersstruktur des Vereins hinweg täuschen. "Die Nachwuchssorgen plagen uns noch immer", sagte die engagierte Vorsitzende Tanja Fischl-Jonda. Dank an die Unterstützung der ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder und Lob für das Helferteam durfte am Ende der Veranstaltung nicht fehlen. (cg)

 

 

05.07.2019

Ferienprogramm 2019

 

Das aktuelle Ferienprogramm liegt am Eingang zum Kindergarten, zur Mehrzweckhalle und zur Kirche in Grafengars aus.

 

Folgende Veranstaltungen werden angeboten:

 

-  31.07.2019: Erlebnistag auf dem Bruckmaier-Hof

-  07.08.2019: Busfahrt nach Salzburg zum Tierpark Hellbrunn

-  17.08.2019: Tennis Kindertraining mit Hüpfburg, Pool und Burgerbauen

-  23.08.2019: Erlebniswanderung mit Spielen und gemeinsamer Brotzeit

 

Download Ferienprogramm 2019 (PDF)

 

 

 

 

 

 

 

05.07.2019

70 Jahre SpVgg Jettenbach: Wenn Pfälzer zum Feiern kommen

 

Auf ein rundherum gelungenes Fest zum 70-jährigen Bestehen schaut die SpVgg Jettenbach zurück. Mit Peter Heindl an der Spitze zählt der Sportverein 620 Mitglieder, fast so viele, wie die Gemeinde Jettenbach Einwohner hat.

 

Anton Hagn stand im Fokus der Ehrungen beim 70. Jubiläum der Spielvereinigung. Mit seinen 90 Jahren jagt das letzte noch lebende Gründungsmitglied des Vereins heute nicht mehr dem Fußball nach, als Jäger ist er aber noch immer viel draußen an der frischen Luft. 38 Mitglieder sind dem Verein seit mehr als 50 Jahren treu. Fußballlegende Theo Giglberger wurde für 65 Jahre Mitgliedschaft, über 1000 Spiele im grünweißen Trikot und 700 Tore geehrt, Edelfunktionär Peter Schillmaier für 60 Jahre Vereinstreue sowie 45 Jahre Funktionärstätigkeit unter rhythmischem Klatschen ausgezeichnet. Dank gab es auch für den scheidenden Abteilungsleiter Gerfried Friedrich für neun Jahre Führungsarbeit bei den Fußballern.

 

Im Rahmen der Vereinsehrungen sorgte Elvira Schreiner, sie baute die Turnabteilung auf, für eine Überraschung. Rot, groß und umfangreich, war das Fotoalbum, welches sie dem Vorsitzenden Peter Heindl überreichte (viertes Foto). Den Fotoband erhielt ihr verstorbener Gatte Johann Schreiner, der 25 Jahre Vorsitzender war, als Dank für die herausragenden Leistungen beim Sportplatzbau 1976/77. Für den bayerischen Landessportverband ehrte Kreisvorsitzender Erwin Zeug Übungsleiter Klaus Schmalzgruber und die Abteilungsleiter Gabriele Saller und Christine Kufner. Grußworte überbrachten auch Bürgermeisterin Maria Maier und Michael Kasenbacher für den Nachbarverein TSV Gars.

 

Für die 60 Gäste vom TuS Jettenbach in der Pfalz reichte nicht einmal ein Bus. Seit dem ersten Kontakt im Jahr 1972 unterhalten die beiden Jettenbacher Vereine eine sportliche Freundschaft. Über 500 Kilometer entfernt, im Kreis Kusel nähe Kaiserslautern, liegt das Pendant zum bayerischen Jettenbach. Mit etwa 800 Einwohnern und 400 Mitgliedern warten die Pfälzer mit ähnlichen Zahlen auf.

 

Tag zwei der Jubiläumsfestivitäten stand unter dem Slogan "Fußball für alle". Eine Damenauswahl stand den Meisterinnen der Spielgemeinschaft Jettenbach/Gars gegenüber. Bei den Herren spielten die Pfälzer Kicker gegen die Gruppensieger und A-Klassen-Aufsteiger vom Inn. Bei der letzten Begegnung vor sieben Jahren im Kreis Kusel hatten die Pfälzer gesiegt, dieses Mal hatten die Bayern das bessere Ende für sich.

 

Mit dem Besuch der Disconacht waren die Organisatoren zufrieden. Bei lauschigen Temperaturen und bester Partylaune wurde in die Nacht hinein gefeiert. Ein Petersfeuer erhellte den Sommerabend. Zu Klängen der "Ziach" vom singenden Schreinermeister Georg Holzner gab es am Sonntag einen Weißwurstfrühschoppen. Alleinunterhalter Holzner unterhielt die Besucher mit Witzen und Geschichten. Die örtlichen Gastronomen lieferten regionale Speisen. Die Gäste aus Jettenbach verabschiedeten sich in die Pfalz. Aber vielleicht gibt es schon in drei Jahren ein Wiedersehen. Dann besteht die Freundschaft 50 Jahre.

 

Das dritte Foto zeigt die Ehrung langjähriger und verdienter Mitglieder (von links): Vorsitzender Peter Heindl, Peter Schillmaier, Theo Giglberger, Rita Eicher, Anton Hagn (Gründungsmitglied), Klaus Alt, Günter Koziol, Josef Wieser, Peter Wieser und Josef Bauer. (cg)

 

 

04.07.2019

Interview mit Ignaz Graf zu Toerring-Jettenbach über nachhaltige Forstwirtschaft

 

Die Forstwirtschaft ist ein sehr langfristiges Geschäft, sagt Ignaz Graf zu Toerring-Jettenbach (rechts). Förster Armin Hirt (links) ist im gräflichen Forstbetrieb für zwei Reviere mit insgesamt 1100 Hektar Fläche zuständig. Entscheidungen, die heute getroffen werden, machen sich erst viel später bezahlt. Wie Ignaz Graf zu Toerring-Jettenbach zeitgemäße und nachhaltige Forstwirtschaft begreift, darüber spricht er im Interview.

 

Waldbesitzer müssen mit den Folgen des Klimawandels, mit Schädlingen wie dem Borkenkäfer kämpfen und Ansprüchen seitens diverser Interessensgruppen umgehen. Das Haus Toerring-Jettenbach gehört zu den großen Forstbetrieben in Bayern, mit Flächen im Voralpenraum und in den USA. Der Forst Jettenbach in den Landkreisen Mühldorf und Rosenheim umfasst allein 800 Hektar. Und die Grafen blicken auf rund 700 Jahre Forstwirtschaft zurück. Wie Ignaz Graf zu Toerring-Jettenbach die Diskussionen um die Zukunft des Waldes sieht und wo sein Familienbetrieb verortet ist, hat er im Interview erzählt.

 

Graf Toerring, welche Bedeutung hat der Wald in der Region für Ihre Familie, für Sie persönlich?

Der Wald hatte immer schon eine große Bedeutung für unsere Familie. Ich kümmere mich jetzt bereits in der 27. Generation um den Forst. Mein Urgroßvater Hans-Veit zum Beispiel hat sich nach dem Ersten Weltkrieg dazu entschlossen, große Flächen hier in der Region aufzuforsten – und zwar auch mit neuen Baumarten wie etwa der Douglasie. Die ist klimaresistenter. Wir profitieren heute sehr von dieser Erfahrung.

 

Hört man Ihren Namen, denkt man an Bier. Beim Brauen setzen Sie auf traditionelle Verfahren. Wie begreifen Sie zeitgemäße Forstwirtschaft?

Es ist die Balance zwischen Tradition und Moderne. Der wichtigste traditionelle Aspekt ist die Nachhaltigkeit. Das ist ein Konzept, das bereits vor mehr als 300 Jahren in Deutschland, genauer gesagt von Hans Carl von Carlowitz, entwickelt wurde. Aber auch moderne Aspekte fließen in die Forstwirtschaft ein. Hightech-Maschinen zum Beispiel wie die großen Erntemaschinen, die Harvester. Früher wurde der Wald manuell mit Motorsägen und Pferden bewirtschaftet. Das war ein sehr gefährlicher Job. Die Harvester bieten dagegen eine große Sicherheit und ermöglichen eine effiziente und bodenschonende Bewirtschaftung des Waldbodens.

 

Forstwirtschaft ist ein sehr langfristiges Geschäft. Wie sehen Sie die aktuellen Diskussionen um eine nachhaltige Fortwirtschaft?

Wir ernten Bäume, die mein Urgroßvater gepflanzt hat. Und so versuchen wir auch zu denken. Kurzfristige Strömungen haben da keinen Platz. Es gilt, die richtigen Entscheidungen zu treffen, was angepflanzt wird, wie die Herausforderungen der Zeit richtig angegangen werden. Die aktuellen Forderungen nach Stilllegung des Waldes sind doch nur eine Modeerscheinung. Langfristig überlebt ein Wald nur, wenn er bewirtschaftet wird.

 

Was halten Sie von Lösungsansätzen, die gegen die Auswirkungen des Klimawandels geführt werden?

Das kann keiner so richtig einschätzen. Aber wie schon gesagt: Dank den Experimenten meines Urgroßvaters können wir Ergebnisse vorweisen. Die damals gepflanzten Bäume stehen da und sie sind prachtvoll gewachsen. Sie sind resistenter gegen den Borkenkäfer. Was wir benötigen, sind generell Baumarten, die mit der Trockenheit besser zurechtkommen. Die vom Borkenkäfer befallenen Bäume, zumeist Fichten, müssen sofort gefällt und aus dem Wald gebracht werden. Das ist eine sehr kostspielige Sache. Kleine Waldbesitzer können sich das oft nicht leisten. Hier ist also die Politik gefragt.

 

Der Wald erfüllt viele Funktionen, für die der Waldbesitzer zuständig ist. Mit Blick auf Ihre Ländereien in Übersee – könnte das Wirtschaften dort Vorbild für Mitteleuropa sein?

Bei uns hat der Wald viele Funktionen. Er ist Rohstofflieferant, aber auch – und das ist in Übersee oft nicht der Fall – ein Erholungsraum. Dann fungiert der Wald hier als Natur- und Klimaschützer. Er reinigt die Luft, er dient als Wassereinzugsgebiet. In den Bergen noch als Lawinenschutz. Dann kommt den Tieren des Waldes ein besonderer Schutz zu. Kurzum: Der Wald erfüllt viele Funktionen, für die der Waldbesitzer zuständig ist.

 

Seien es Naturschützer, Jagdverbände oder Spaziergänger – alle haben Ansprüche. Werden Sie als adeliger Vertreter mehr "in die Zange genommen" als andere?

Mit einem Grafen als Gegenspieler lassen sich natürlich leichter Schlagzeilen machen (schmunzelt). Wir sind es seit langer Zeit gewohnt, uns auseinanderzusetzen, das gehört einfach dazu. Im Endeffekt liegt die Verantwortung bei uns, dass dieser Wald überlebt.

 

Neue Herausforderungen in jeder Generation. Wo sehen Sie den Wald in 50 Jahren?

Es gibt in jeder Generation neue Herausforderungen. Wichtig ist Kontinuität. Ich versuche, das zu machen, was mein Vater mit mir und mein Großvater mit meinem Vater gemacht hat: die nächste Generation jetzt heranzuziehen, die Jungen mit dem Wald vertraut zu machen, mit der Schönheit aber auch mit der Verantwortung und der Arbeit, die damit zusammenhängen. (Petzi) Foto: Vähning

 

 

02.07.2019

Büffel als Biobagger: Partnerschaft zwischen Naturschutz und Landwirtschaft

 

Dass Artenschutz und Landwirtschaft Hand in Hand gehen können, das wurde bei einer Besichtigung der Biotopfläche im Jettenbacher Talraum sowie des Biohofs Reiserer deutlich. Als "Bio-Bagger" schaffen dort Wasserbüffel Lebensräume für viele Arten. Das Naturschutzprojekt, das sich dank der Kooperation der Kreisgruppe des Bund Naturschutz (BN), der Landwirtsfamilie Reißaus und dem Flächeneigentümer Graf zu Toerring-Jettenbach hervorragend entwickelt hat, hat im im Vorjahr den zweiten Platz im Bayerischen Biodiversitätspreis sowie schon 2014 den Umweltpreis der Bayerischen Landesstiftung erreicht.

 

In einem für ganz Bayern modellhaften Weideprojekt im Landkreis Mühldorf zeigt der BN, wie eine Partnerschaft zwischen Naturschutz und Landwirtschaft zum Nutzen beider Seiten gestaltet werden kann. "Die Rettung der Artenvielfalt, tierschutzgerechte Fleischproduktion und Existenzsicherung für Bauern sind möglich, wenn Agrar- und Naturschutzpolitik die Weichen richtig stellen", erörterte der BN-Landesvorsitzende Richard Mergner.

 

Das Kooperations-Beweidungsprojekt im Jettenbacher Talraum zeige seit 1996 – also über 20 Jahre – wie hier durch das Grasen der Rinder die Kulturlandschaft bereichert wird. Durch den ungleichmäßigen Fraß der Tiere entsteht ein vielfältiger Lebensraum. Die bunte Pflanzenwelt ist die Lebensgrundlage zahlreicher Tierarten. Seit 2011 kommen auf diesem Areal zusätzlich Wasserbüffel zum Einsatz. "Die Beweidung zur Pflege des Talraumes hat sich sehr bewährt. Sie bewirkt zum Beispiel, dass die Gewässer nicht völlig mit Röhricht zuwachsen. Dadurch bleiben offene, sonnige Wasserflächen als Lebensraum für Amphibien und Libellen erhalten", so Andreas Zahn vom Vorstand der Kreisgruppe. Wasserbüffel legen Suhlen an und wälzen sich im Sumpf. Sie können als "Bio-Bagger" die Verflachung und Verlandung der Tümpel verhindern und sogar neue Kleingewässer schaffen. "Fleischerzeugung und Landschaftspflege sind hier vereint. Zudem sind die Kuh-Fladen der McDonald's für die Vögel: Maden und Mistkäfer holen sie sich hier raus", scherzte Zahn.

 

"Dies ist ein Vorzeige-Projekt, das Wasser, Luft und Boden nicht schädigt und mit Naturschutz sogar Geld verdient werden kann. Hier ist Heimat auf dem Teller entstanden", so Richard Mergner, der für solche Maßnahmen eine gerechte Förderung für wichtig hält. Auch Jettenbachs Bürgermeisterin Maria Maier lobte diese "Inseln in der Landschaft" und freute sich, dass sie von der Bevölkerung gut angenommen werden und Spazierwege durchführen. "Wir wussten damals nicht, was auf uns zukommt", erzählt Matthias Reißaus, der mit seiner Frau Josefine seit 2013 das Wasserbüffelprojekt in Jettenbach betreibt. Neben den Büffeln stellen sie auch Jungrinder aus ihrem Biobetrieb für die Weide zur Verfügung. Inzwischen haben sie zehn Projekte mit dem Partner BN auf einem Weideland von knapp 50 Hektar in den Landkreisen Mühldorf und Altötting übernommen. "Die Futterwertigkeit ist uns wichtig: Unsere Weidetiere fressen nur Gras. Neben vier Wasserbüffeln grasen derzeit auf der Sechs-Hektar-Fläche im Jettenbacher Talraum noch sechs weibliche Jungrinder – eine Kreuzung Murnau-Werdenfelser (Kuh) und Fleckvieh (Stier)."

 

Stundenlang suhlen die Büffel bei der aktuellen Hitze im Tümpel. "Durch ihre geringere Schweißdrüsendichte regenerieren sie hier ihre Körpertemperatur", sagt Reißaus und gibt das Gewicht einer ausgewachsenen Büffelkuh mit 800 Kilogramm an. In den Weidemonaten sind nur die Tiere auf dem Reiserer-Hof, die bald kalben oder für die Vermarktung vorgesehen sind. "In der Winterzeit sind bei uns rund 120 Rinder am Hof. Die Schlachtung findet generell am Hof statt. Wir liefern Qualitätsware." Mit Weidegang während der Vegetationsperiode, tiergerechten Stallungen wie Tretmiststall, Kompostmiststall und Außen-Liegeboxen mit großzügigen Laufhöfen für die Wintermonate gewährleistet die Biobauernhof hohe Ansprüche an Tierwohl und tiergerechter Haltung. Das ist Familie Reißaus, die 2010 ihren Betrieb von der konventionellen Rinderhaltung auf Biohof und inzwischen auf naturschutzorientierte Beweidung umgestellt haben, wichtig. "Wir sind glücklich über den Erfolg.", so Matthias Reißaus der mit seiner Frau nach dem Weideland-Besuch die Besucher durch den Reiserer-Hof in Oberneukirchen führte. (bac)

 

Gemeinde Jettenbach am Inn

Grünthaler Straße 14

84555 Jettenbach

Öffnungszeiten / Parteiverkehr

Dienstag: 16.00 - 17.00 Uhr

Tel.: 08638 / 76 47

Verwaltungsgemeinschaft Kraiburg

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Tel.: 08638 / 98 38 0