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Bürgerversammlung vom 15.09.2026


Millionenprojekt auf der Zielgeraden - Eine Gemeinde zieht Bilanz

Bei der Bürgerversammlung blickt Bürgermeisterin Maria Maier auf zahlreiche Projekte zurück. Von der neuen Bahnbrücke über die Sanierung der Kläranlage bis zum Glasfaserausbau. In Jettenbach hat sich in den vergangenen Monaten einiges getan. Bei der Bürgerversammlung in der Mehrzweckhalle zog Bürgermeisterin Maria Maier vor rund 45 Teilnehmerinnen und Teilnehmer Bilanz über das Haushaltsjahr 2025 und informierte über laufende und kommende Projekte. Dabei zeigte sich: Trotz umfangreicher Investitionen verfügt die Gemeinde weiterhin über hohe Rücklagen und nur vergleichsweise geringe Schulden.

Bahnbrücke: 1,5-Millionen-Projekt liegt im Zeitplan
Eines der größten und sichtbarsten Projekte ist der Neubau der Bahnbrücke. Bereits vor dem Abbruch waren besondere Vorkehrungen notwendig. Entlang der Bahnlinie wurden Schlingnattern und Zauneidechsen nachgewiesen, weshalb zunächst ein Amphibienzaun errichtet werden musste. Im Mai dieses Jahres begannen die Vorbereitungen für den neuen Brückenpfeiler auf der Seite von Schrottwinkl. Nach dem Spatenstich im Juni folgten im Juli und August die weiteren Arbeiten. Einen wichtigen Meilenstein gab es erst wenige Tage vor der Bürgerversammlung. Am 10. September wurden die neuen Brückenteile eingehoben. Nach Angaben der Bürgermeisterin liegt das Projekt im Zeitplan. Ende November soll die Brücke fertiggestellt sein. Die Gesamtkosten werden derzeit auf rund 1,5 Millionen Euro geschätzt. Hiervon sind 1,3 Millionen Euro förderfähige Aufwendungen mit rund 56 Prozent. Die Gemeinde bekommt somit rund 735.000 € vom Bund zurück. Für das Haushaltsjahr 2025 weist die Gemeinde zunächst 115.300 Euro für Brückenabbruch und beginnenden Neubau aus. 

Viel Arbeit an der Kläranlage
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Jettenbacher Kläranlage. Bereits 2025 wurden die Klärbecken nach einem Umbau in verkürzter Form wieder in Betrieb genommen. Der vordere Teil der Becken wurde rückgebaut, ausgebautes Material zur Abdichtung der verkürzten Becken wiederverwendet. Technisch wurde ebenfalls investiert. Unter anderem erhielt die Anlage ein neues Drehkolbengebläse für die Belüftung. Zudem wurden die Steuerung der Kläranlage und der Pumpstationen einschließlich neuer Messtechnik erneuert und die Elektrik der Pumpwerke umgebaut. Die Arbeiten setzen sich 2026 fort. Nach umfangreichen Untersuchungen im Frühjahr wurde der zuvor in Becken 2 eingelagerte Klärschlamm abgefahren. Als nächstes steht die Ableitung zu einem größeren Vorfluter beziehungsweise zum Inn an. Die dafür notwendige schriftliche Zustimmung des Gräflichen Hauses Toerring liegt nach Angaben der Gemeinde seit dem Frühjahr vor, die Ausschreibung wurde bereits angestoßen. Die Bauarbeiten sind für den Herbst vorgesehen. Allein im Haushaltsjahr 2025 schlugen die Sanierungsarbeiten an der Kläranlage mit 156.300 Euro zu Buche, weitere 6.700 Euro wurden für den Anschluss an die Notstromversorgung ausgegeben. 

Rücklagen von knapp 2,9 Millionen Euro
Dass Jettenbach derzeit an vielen Stellen investiert, zeigt auch der Haushalt. Das Gesamtvolumen belief sich 2025 auf 4,431 Millionen Euro. Davon entfielen rund 3,28 Millionen Euro auf den Verwaltungs- und 1,15 Millionen Euro auf den Vermögenshaushalt. Zu den größeren Ausgabeposten bei den Investitionen gehörten neben Kläranlage und Bahnbrücke die Rathaussanierung mit 132.800 Euro, sowie die Sanierung des Kindergartens und der Nassräume mit 105.000 Euro. 
Für die Investitionen griff die Gemeinde auch auf ihre Rücklagen zurück. Diese reduzierten sich innerhalb eines Jahres um rund 306.200 Euro von 3,166 Millionen auf 2,86 Millionen Euro. Gleichzeitig sank der Schuldenstand von 84.400 auf 60.800 Euro. Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 79 Euro. 

Glasfaser für 21 Adressen
Fortschritte vermeldete Maier auch beim Breitbandausbau. Im Rahmen der Gigabitrichtlinie des Freistaats wurde der Glasfaserausbau erneut ausgeschrieben. Ein Angebot der Telekom Deutschland GmbH hatte der Gemeinderat bereits im September 2025 angenommen. Insgesamt besteht für 21 Adressen in Jettenbach die Möglichkeit eines Glasfaseranschlusses, darunter Adressen im Neubaugebiet Lindenstraße am Mooswiesenweg sowie ein Anwesen in Schrottwinkl. Nach dem vereinbarten Zeitrahmen muss die Inbetriebnahme spätestens bis Januar 2029 erfolgen.
Batteriespeicheranlage weiter in der Planung
Noch offen ist dagegen die weitere Entwicklung einer geplanten Batterie-Großspeicheranlage hinter der Kläranlage. Auf Antrag des Investors wurde dafür 2025 eine Änderung des Flächennutzungsplans auf den Weg gebracht. Mittlerweile liegt ein neuer Planentwurf vor, dessen Belange die Gemeinde beraten will. Laut den Ausführungen bei der Bürgerversammlung haben die Bayernwerke alle Projekte derzeit gestoppt und Mitte August ein neues kriterienbasiertes Zuteilungsverfahren eingeführt. Die Anträge werden künftig erst gesammelt und bewertet. Die neu verfügbare Kapazitätsübersicht solle mehr Transparenz über die Netzsituation vor Ort schaffen. Die erste Vergaberunde werde im Herbst 2026 stattfinden. Die vom Investor beauftragte Firma stellt sich der Herausforderung und versucht in der ersten Vergaberunde dabei zu sein.

Wenn der Biber Rohre verstopft
Dass eine Gemeinde nicht nur große Bauvorhaben beschäftigen, zeigte Maiers Rückblick auf ein hartnäckiges Problem am Wildbach. Dort sorgten Biber 2025 unter anderem für umgenagte Bäume und verstopfte Rohre, die zeitweise wöchentlich freigelegt werden mussten. Im Oktober erteilte das Landratsamt schließlich eine bis Mitte März 2026 gültige Entnahmegenehmigung. Auch in diesem Jahr beschäftigt der Biber die Gemeinde. Am Seeweiherbach gegenüber der Kläranlage wird das Wasser erneut durch einen Biberbau aufgestaut. Für dessen Entfernung liegt nach Angaben der Gemeinde eine Genehmigung des Landratsamtes bis Dezember vor.

477 Nutzer bei Heimat-Info-App
Einen neuen Weg in der Kommunikation mit den Bürgern geht Jettenbach seit diesem Frühjahr. Die bereits im Herbst 2025 vom Gemeinderat beschlossene Heimat-Info-App ging 2026 an den Start. Neben Mitteilungen der Gemeinde können dort auch Vereine und Organisationen ihre Veranstaltungen bekannt machen. Die Resonanz sei beachtlich, denn bereits im Juli waren 477 Nutzer angemeldet.

Gemeindekindergarten: Drei U3-Kinder im neuen Kindergartenjahr
Auch die Situation im Gemeindekindergarten stellte Bürgermeisterin Maria Maier vor. Laut Betriebserlaubnis können dort gleichzeitig 28 Kinder ab Vollendung des dritten Lebensjahres betreut werden. Kinder ab zwei Jahren können ebenfalls aufgenommen werden, belegen aufgrund des höheren Betreuungsbedarfs jedoch jeweils zwei Plätze. Bei Integrationskindern können je nach Förderung bis zu vier Plätze angerechnet werden. Im Kindergartenjahr 2025/2026 besuchten 17 Kinder ab drei Jahren die Einrichtung, U3-Kinder waren nicht darunter. Im neuen Kindergartenjahr 2026/2027 werden 14 Kinder ab drei Jahren und drei Kinder unter drei Jahren betreut. Da die drei jüngeren Kinder jeweils zwei Plätze belegen, entspricht dies rechnerisch einer momentanen Belegung von 20 der 28 genehmigten Plätze.

Wasserversorgung und Bevölkerungsschutz
Auch die Wasserversorgung tauchte im Jahresrückblick auf. Nachdem das Pumphaus im September 2025 ein neues Dach erhalten hatte, wurde dieses im Juni 2026 erneut beschädigt: Ein morscher Baum war ohne Sturm oder Wind neben dem Gebäude umgestürzt. Zum Abschluss verwies die Gemeinde außerdem auf das Thema Bevölkerungsschutz und die Broschüre „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“. 

Landrat Max Heimerl hielt Gastrede bei Versammlung in Jettenbach
Landrat Max Heimerl war an diesem Abend zu Gast bei der Bürgerversammlung und hielt eine informative Gastrede über finanzielle und wirtschaftlich wichtige Themen, die den Landkreis Mühldorf bewegen. Zum Thema Zivil- und Katastrophenschutz ergänzte er verschiedene Aufgaben, die die Gemeinden wieder aufleben lassen müssen. Wie zum Beispiel die Einrichtung sogenannter SOS-Punkte, eine Anlaufstelle in der Gemeinde, die die Bürger im Krisenfall aufsuchen können. Er kündigte damit einen Testlauf in den Gemeinden im Oktober an. 

Ehrung und Danksagung
Ehrungen des Jettenbacher Nachwuchs durften bei der Bürgerversammlung auch nicht fehlen. Bürgermeisterin Maria Maier würdigte die besonderen Leistungen zweier junger Frauen und gratulierte ihnen zu ihren erfolgreichen Abschlüssen. Sarah Fischl schloss ihre Ausbildung zur Pharmakantin mit der IHK-Abschlussnote 1,7 ab, Melina Vorwallner ihre Ausbildung zur Physiotherapeutin mit der Note 1,1. 
Zur Abrundung des Abends würdigte Bürgermeisterin Maria Maier die ausgeschiedenen Gemeinderäte und dankte ihnen für ihren langjährigen Einsatz für Jettenbach. Franz Wieser gehörte dem Gemeinderat zwölf Jahre an und war davon neun Jahre als zweiter Bürgermeister tätig. Silvia Sieghard engagierte sich 18 Jahre im Gemeinderat, Bernhard Stecher zwölf Jahre. Maier sprach allen dreien ihren Dank für die geleistete Arbeit und ihr Engagement zum Wohl der Gemeinde aus.


Text von Tanja Mayinger

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